Dienstag, 07. Februar 2012, 16:21:43

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Arbeitsstellen im Wandel: Von der Industrialisierung bis heute PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Ralph Schuenemann   


Bis zum 18 Jahrhundert erwirtschafteten sich viele Gruppen ihren Unterhalt als Selbstversorger durch Ackerbau und Tierzucht. Mit dem Anfang des industriellen Zeitalters und die damit einhergehende Entfaltung der Arbeitsteilung änderte sich die Lage. Die Geburt des sekundären Geschäftsbereichs der damaligen Industrie (und dann auch des tertiären Bereich der Dienstleistungen) führten zu einer großen Veränderung in der Geschäftswelt. Irgendwann entstand eine Arbeiterklasse, welche als nicht unabhängige Bedienstete bei einem Betrieb beschäftigt waren und für ihre Leistung durch Geldleistungen entlohnt wurden.

In Deutschland besserten sich die gerade zu den Anfängen des industriellen Zeitalters doch sehr schlimmen Arbeitskonditionen durch Arbeitnehmerorganisationen, Tarifverträge und staatliche Schuzmaßnahmen wie zum Beispiel der sogenannte Kündigungsschutz. Mit den Verbesserungen der Arbeitskonditionen ging nach dem zweiten Weltkrieg auch ein Wachstum der Arbeitsplatzsicherheit einher. Daher war es zur Zeit des sogenannten Wirtschaftswunders in der Bundesrepublik ab 1950 nichts Seltenes, wenn ein Bediensteter über viele Jahre oder sogar dutzende Jahre bei einem Unternehmen angestellt war oder gar sein komplettes Leben lang bis zum Anfang seiner Pensionierung ständig in dem gleichen Betrieb arbeitete. Demgemäß wurden mit den Bediensteten oft strikte Verträge ohne Befristung abgeschlossen, durch welche die Bediensteter eine komfortable Sicherheit zum Planen und für ihren Arbeitsplatz erlangten. Der Abschluss des Rüstungskrieges zwischen Ost und West und der Anfang der Globalisierung verursachten komfortable Erneuerungen für die Handelswelt der industriellen Nationen in Europa und besonders für die deutsche Wirtschaft und den deutschen Arbeitsmarkt mit sich. Da Deutschland ein sogenanntes Hochlohnland ist und die Kosten für Arbeiter in den osteuropäischen Staaten und den asiatischen Staaten wesentlich geringer sind, wurde Anpassungsfähigkeit im Personalbereich für Betrieb extrem relevant, weswegen determinierte Arbeitsverträge und Zeitarbeit an Wert gewannen und die Schwankung in den jeweiligen Firmen in die Höhe stieg. Wegen der hohen Kosten für Arbeiter und rechtlichen Hindernissen wie zum Beispiel dem mehrfach debattierten der sogenannte Kündigungsschutz stellten Betrieb neue Bewerber oftmals nur für eine gewisse Frist ein oder es gab ganz einen Verzicht auf Erstellung neuer Arbeitsplätze. In Deutschland führte dieser Verzicht zu einem enormen Anstieg der Erwerbslosigkeit auf über fünf Millionen Gruppen.In Deutschland probierte die SPD und die Grünen während der Rezessionsjahre ab 2001, die Erwerbslosigkeit zu Bekämpfen und die Konjunktur anzutreiben. Dafür wurden die sogenannten Agenda 2010 und die Hartz-Reformen konstruiert, welche vor allem eine Festigung der Zeitarbeit durch den Abbau von strengen Richtlinien wie zum Beispiel einer höchstmöglichen Überlassungsdauer in die Wege leiten sollten. Für die Firmenchefs hat Zeitarbeit den Vorteil, dass bei extrem hoher Auslastung eines Unternehmens über solche Dienstleister schnell Bewerber rekrutiert werden können. Solche Arbeiter sind bei der Zeitarbeitsfirma beschäftigt und werden dieser Firma bezahlt. Sobald die Arbeit in dem ausleihenden Unternehmen niedriger wird, muss der Arbeitnehmer nicht weiter von diesem Betrieb angestellt werden und die Zeitarbeitsfirma findet einen neuen Betrieb für ihn. Die Personallogistik liegt in den Händen der Zeitarbeitsfirma. Der größte Nutzen für den Arbeitnehmer ist, dass er den Stand der Erwerbslosigkeit überwindet, berufsrelevante Sachkenntnisse sammelt und bei zufriedenstellender Arbeit unter Umständen auch Aussicht auf eine Übernahme und damit eine Festanstellung in einem Betrieb besitzt. Der Bereich Zeitarbeit und Personaldienstleistung gewann wegen der Lockerung gesetzlicher Vorschriften somit wesentlich an Attraktivität, was zur Folge hatte, dass viele Betrieb seit einigene Jahren alternierend zur sogenannten Stammbelegschaft vermehrt auf Arbeitnehmer zurückgreifen. Daher steuerte ebenfalls die Zeitarbeit Deutschland seinen Part zum merklichen Abbau der Erwerbslosigkeit seit Ende 2005 bei.

Ralph Schuenemann
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Ralph Schuenemann ist seit Dienstag, 15. April 2008 bei uns Autor.

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