Montag, 21. Mai 2012, 17:10:54

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Bewegung – was passiert da eigentlich PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Silvio Philipsen   


In allen sportlichen und/oder sportlich angehauchten Zeitschriften sowie von Experten wie Personal Trainer, Physiotherapeuten und Sportwissenschaftlern wird es wiederholt erwähnt: Bewegung verursacht positive und gesundheitsfördernde Veränderungen im Körper. Von diesen Veränderungen kann man also vielfach profitieren. Nun stellt man sich aber zu Recht die Frage: Was passiert aber warum im Körper. Warum ist für einen trainierten Läufer ein 30-minütiger lockerer Dauerlauf so wenig anstrengend wie für den Normalbürger ein kurzer Spaziergang. Warum fällt einem das Gymnastikprogramm nach vier Wochen leichter als zu Beginn. Nun, die Sportwissenschaftler, Personal Trainer und Sportphysiotherapeuten verwenden dazu ein sehr vereinfachtes, aber anschauliches Modell. Die Grundannahme ist plausibel:

Unser Körper stellt sich auf die Anforderungen ein, die man an ihn richtet. Je weniger das sind, desto geringer ist sein Leistungsvermögen. Es macht für den Organismus keinen Sinn, permanent Leistungsreserven zur Verfügung zu halten, die doch nie gebraucht werden. Das kennt man zum Beispiel nach einem Beinbruch. Das Bein ist eingegipst, die Muskulatur wird nicht beansprucht und bildet sich zurück. Dieses Gleichgewicht zwischen Anforderungen und Leistungsfähigkeit gilt für jeden, auch für den Hochleistungssportler. Bei ihm ist das Niveau jedoch wesentlich höher als bei Untrainierten.

Damit unser Organismus leistungsfähiger wird, muss man dieses Gleichgewicht stören. Das gelingt, so Personal Trainer und Sportwissenschaftler, indem man von ihm etwas verlangt, das über das gewohnte Maß hinausgeht. Für den einen reicht ein zügiger Spaziergang. Für den anderen muss es schon ein intensiver Dauerlauf sein. Die Auswirkungen kennen alle von uns: Der Organismus ermüdet, man ringt nach Luft oder die Muskeln werden „schwer“ und schmerzen. In dieser Situation ist der Körper aktuell überfordert.

Das Entscheidende passiert in der anschließenden Erholungsphase nach dem Training. Der Körper versucht sich auf die neuen Anforderungen einzustellen und stellt mehr Reserven zur Verfügung, erklären Personal Trainer und Sportphysiotherapeuten. Die Erholung geht also nicht nur bis zum ursprünglichen Ausgangsniveau, sondern ein Stück darüber hinaus. Es findet eine so genannte Überanpassung statt. Am Beispiel der Energiespeicher im Muskel bedeutet das:

Während des Trainings wurden die Energiespeicher entleert. In der Erholungsphase werden diese wieder aufgefüllt, aber nicht bis zum ursprünglichen Niveau, sondern ein wenig darüber hinaus. Das wird erreicht indem mehr Kraftwerke, so genannte Mitochondrien, eingebaut werden. Diese Kraftwerke speichern Energie und stellen somit, entweder kurzzeitig oder über einen längeren Zeitraum, mehr Energie zur Verfügung. Durch das vermehrte Einlagern von Mitochondrien, also von Energie, nimmt der Muskelquerschnitt zu. Dadurch „wächst“ der Muskel. Natürlich kann durch Supplemente das Ganze erhöht werden, indem der Körper noch Wasser in den Muskel einlagert. Dadurch hat man noch schneller Muskelzuwachs. Nur handelt es sich dabei um minderwertige Muskelmasse. Diese kann Schwangerschaftsstreifen, weil die Haut nicht mitkommt, oder Unreinheiten im Hautbild nach sich ziehen, warnen Personal Trainer und Sportphysiotherapeuten. Sobald das Supplement abgesetzt wird verschwindet das zusätzliche Volumen.

Das natürliche Auffüllen der Energiespeicher und das zusätzliche anlegen von Kraftwerken macht aus Sicht des Organismus Sinn. Der Körper, so die Sportwissenschaftler und Personal Trainer, versucht sich auf eine erneute Anforderung besser vorzubereiten, um nicht erneut so stark zu ermüden.

 

Silvio Philipsen

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Silvio Philipsen ist seit Sonntag, 22. März 2009 bei uns Autor.

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